Heimatkundliches Gemeindearchiv

Archivpfleger

Seit Februar 2020 wird das Heimatkundliche Gemeindearchiv vom Verwaltungs-Fachangestellten Tobias Karbaumer geleitet. Tobias Karbaumer folgte auf den bisherigen Archivpfleger Hans Jell, der seit 2007 das Archiv mit großem Zeitaufwand betreut hatte und im Dezember 2019 ganz überraschend verstorben ist.

Gemeinsam mit dem früheren VR-Bankstellenleiter von Hohenpolding, Hermann Hoffmann sowie dem ehemaligen Geschäftsleiter im Taufkirchner Rathaus, Konrad Karbaumer, die beide mit der Geschichte der Gemeinde und des Ortes Taufkirchen (Vils) bestens vertraut sind, wurde nun das Archiv komplett neu geordnet. Im Zuge dieser Neugestaltung entstand eine erstaunliche Ausstellung, die sich durch ihr umfangreiches und detailliertes Spektrum hervorhebt.


Neu gestaltetes Gemeindearchiv

Das neu gestaltete Heimatkundliche Gemeindearchiv ist im ersten Stock des Gebäudes Reckenbacher Straße 25 untergebracht, in dem sich auch das Taufkirchner Jugendzentrum befindet. Das Archiv umfasst eine Halle mit 170 m², einen Dokumentenraum mit 27 m² sowie ein Büro mit 20 m². In der Halle finden sich etwa 1.300 Exponate, davon ca. 800 in der Ausstellung und 500 im Depot.


Sammlung

Grundstock des Heimatkundlichen Gemeindearchivs ist die Sammlung des Heimatforschers Ludwig Tafelmayer, der 2006 für sein ehrenamtliches Engagement mit der Taufkirchner Bürgermedaille ausgezeichnet wurde. Der frühere Gemeindearchivar sammelte alles, was man historisch für wertvoll erachtete. Daneben trug Ludwig Tafelmayer viele Schrift- und Bilddokumente zusammen, die er in 950 themenbezogenen Ordnern aufbewahrte und zum Gegenstand der ehemaligen Dauerausstellung im alten Rathaus am Attinger Weg machte, die sehr opulent war und insgesamt 700 Ausstellungstafeln umfasst hat. Die Sammlung „Tafelmayer“, die sich sogar über die Gemeindegrenzen hinaus erstreckte, ist ein bedeutender historischer Schatz und einmalig im Landkreis Erding.

Als weiteren Schwerpunkt verfügt das Gemeindearchiv seit kurzem auch über die Sammlung des Lokaljournalisten und Heimatforschers Josef Heilmeier, die eine Ortschronik mit umfangreichem Schrift- und Bildmaterial beinhaltet und ebenfalls für die Historie der Gemeinde von herausragender Bedeutung ist. 2018 überließen sein Sohn Manfred und dessen Frau Almut diese für die Gemeinde Taufkirchen (Vils) geschichtlich bedeutsame Dokumentation der Gemeinde als Schenkung.

Eine stattliche Sammlung von DVD`s und VHS-Video-Kassetten, die mittlerweile allesamt digitalisiert wurden, sorgt dafür, dass das gesellschaftliche Leben sowie die Geschichte der Gemeinde auch in bewegten Bildern gezeigt werden kann. Diese Filmaufzeichnungen sind zu einem Großteil dem Filmemacher Heinz Lang sowie dem Heimatkundigen und ehemaligen Lehrer Hubert Kemper zu verdanken, die in einer Gemeinschaftsproduktion großartige heimatgeschichtliche Filmdokumente geschaffen haben.


Ausstellungsstücke von anno dazumal

In einem Glasschrank sind etwa 500 archäologische und geologische Gegenstände (Bodenfunde) ausgestellt. Zudem befindet sich seit kurzem auch das Schularchiv mit über 1.000 Zensurbüchern und Schülerlisten im Heimatkundlichen Gemeindearchiv.

Insbesondere tragen aber zahlreiche Schenkungen und Leihgaben von Gemeindebürger/innen dazu bei, dass die historische Ausstellung einen repräsentativen Querschnitt des Alltagslebens bietet. Mit vielen Exponaten aus Handel, Handwerk, Haushalt, Schule, Kirche, Vereine, etc. wird aufgezeigt, wie es „früher“ war bzw. welche Gegenstände man vor 50, 100 oder noch mehr Jahren verwendet hat.

Die Tatsache, dass aus dem Archiv-Depot nun eine Dauerausstellung entwickelt werden konnte, ist dem glücklichem Umstand zu verdanken, dass im Zusammenhang mit der Räumung der alten Mittelschulgebäude dem Archiv 13 Vitrinen-Schränke sowie 20 Bücherregale zur Verfügung gestellt wurden. So entstand die Ausstellung fast zum „Null-Tarif“. Neuangeschafft wurden lediglich einige EDV-Geräte mit entsprechender Verwaltungssoftware, so dass es dem Archiv mittelfristig möglich ist, Dokumente zu digitalisieren und damit den Bestandserhalt langfristig und dauerhaft sicherzustellen.


Eröffnung des Gemeindearchivs

Die erste offizielle Präsentation des Archivs und der Ausstellung, die zweifellos Museumscharakter besitzt, fand Ende September 2020 im Rahmen eines Pressetermins statt. Die Eröffnung sollte dann im November erfolgen, musste jedoch wegen der Corona-Pandemie und dem damit einhergehenden Lockdown abgesagt und verschoben werden. Sobald es nun in Bezug auf das Infektionsgeschehen möglich ist, wird das Archiv für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Näheres hierzu erfahren Sie dann unter „Aktuelles“ auf der der gemeindlichen Internetseite.

Nach Oben Drucken